Von langer Hand geplant und nun war es soweit: Mein Nähwochenende mit drei Freundinnen. Die eine kenne ich schon lange, die anderen beiden haben wir bei der
USA-Reise im Herbst 2010 kennengelernt. Einmal bereits haben wir uns - in einer etwas abweichenden Zusammensetzung - zu einem Nähwochenende in Kempten bei Bernadette Mayr getroffen. Diesmal ist es uns nicht gelungen, zu dem von uns geplanten Termin einen Kurs in erreichbarer Nähe zu finden, der für uns alle interessant ist. Also haben wir letztlich eine andere, sehr schöne Lösung gefunden und zu einem selbstgewählten Thema quasi einen Privatkurs bekommen :-)
Einen Double Wedding Ring wollten wir nähen und das, was am Ende des Wochenendes dabei herausgekommen ist, kann sich sehen lassen:
Aber der Reihe nach:
Wir haben uns im Münchner Südosten getroffen, für zwei von uns war das quasi ein Heimspiel, die anderen beiden sind aus Baden-Württemberg bzw. der Schweiz angereist. Ein gemütliches und leckeres Abendessen am Freitag hat das Nähwochenende eingeläutet. Bereits im Vorfeld sollten wir zu Hause aber etwas arbeiten. Und zwar ganz viele, farblich für die Rundungen passende Trapeze ausschneiden...
Mein Werk soll eine neue Tagesdecke für das Bett meiner Tochter ergeben und das heißt mal wieder, dass ich richtig viel zu schneiden und zu nähen habe... Farblich hatte ich den Auftrag, Rot- und Orangetöne zu verwenden. Da habe ich ja einiges daheim und konnte auch viele Reste aufbrauchen. Gekauft habe ich wirklich nur den Hintergrundstoff (architextures von Robert Kaufmann in hellgrau), davon aber ziemlich viel, nämlich gleich mal vier Meter!
Beim Schneiden der Trapeze hat sich meine Katze gedacht, dass sie mir doch Gesellschaft leisten könnte:
Da sie sich aber natürlich zielsicher auf der Schneidematte plaziert hat, musste ich aufhören... :-(
Unter den verschiedenen Möglichkeiten, wie man einen Double Wedding Ring nähen kann, haben wir uns für die "einfache" Methode mit Vlies entschieden. Also immer sechs Trapeze in eine Reihe nähen
dann das Vlies (richtig herum!!!) aufstecken und aufnähen
vorsichtig wenden und auf den Hintergrundstoff aufbügeln:
Nun musste appliziert werden... Eigentlich nicht schwer und es macht ja auch Spaß - wenn nur die Maschine nicht spinnt...!!! :-((( Ich weiß nicht, was meine hatte bzw. hat, aber gelegentlich hat sie einen Stich ausgelassen. Und das natürlich bevorzugt bei einem orangefarbenen Stoff, damit man es auch ja gut sieht... Ich habe alles geputzt, geölt, eine neue Nadel eingelegt und den Faden neu eingefädelt - das Problem blieb. Es passiert nicht allzu oft - maximal ein Stich pro Block. Aber das geht ja gar nicht. Also wenn nicht jemand einen hilfreichen Tip für mich hat, dann werde ich die Maschine wohl doch mal wieder zum "Überholen" geben müssen. Grrrr...
Auf dem Foto fehlt zum Glück kein Stich:
Samstagmittag griff ein bisschen Frust um sich, denn nach dreieinhalb Stunden hatte jede von uns gerade mal einen Block von 31,5 x 31,5 cm. Und dann fängt man natürlich an und rechnet hoch: Bei einem großen Bett-Quilt brauche ich vier mal sechs Blöcke á vier Bögen, das macht schon einmal 96 Bögen, die wiederum á sechs Trapeze... Außerdem kommen an den Rand ja noch Bögen, das heißt, ich muss noch einmal zusätzlich 20 Bögen machen, insgesamt also 116 Bögen - bestehend aus insgesamt 696 Trapezen. Herzlichen Glückwunsch - dachte ich mir. Aber am Nachmittag ging es voran und am Abend habe ich - nach einem weiteren sehr leckeren Restaurantbesuch - noch Bögen mit Vlies gewendet... Und obwohl ich am Sonntag dann insgesamt 9 Blöcke fertig hatte, habe ich noch Bögen fertig, um gleich weiter zu machen:

Unschlüssig bin ich noch über die Farbe der Bogen-Verbindungsstelle. Wir haben gemeinsam überlegt und probiert - der Favorit war braun! Aber jetzt nähe ich erst noch ein paar Blöcke und dann werde ich mal mit meiner Tochter schauen, was sie gerne hätte und was ihr gefällt.
Meine Freundinnen haben ebenfalls wunderschöne Teile genäht. Tischläufer, Wandbehänge... Ich bin immer die Einzige, die solche Endlos-Projekte startet...
Das ganze Wochenende über haben wir auch über die
"neue" USA-Reise gesprochen... Sehr gerne würden wir wieder mitfahren, denn die Reise 2010 hat uns unheimlich gut gefallen. Wir haben viel gesehen - nicht nur Quiltmuseen und Quiltläden... Auch Kultur, Landschaft, Freilichtmuseen und dann gab es da natürlich noch den Besuch des Quilt-Festivals in Houston... :-) Sehr beeindruckend.
Man muss aber auch sagen, dass wir eine ausgesprochen nette Truppe waren. Alles sehr harmonisch, niemand, der sich immer in den Vordergrund stellen musste oder schlechte Laune verbreitet hätte... Damit steht und fällt so eine Reise - ganz klar! Ich weiß aber, dass bereits wieder ein paar ganz liebe Frauen angemeldet sind und fände es klasse, wenn die Reise zustande käme und sich ausreichend Mitreisende fänden... Ich weiß natürlich, dass das nicht
ganz billig ist, aber drei Metropolen - diesmal stehen Philadelphia, Boston und New York mit auf der Reiseroute - haben auch ihren Preis... Ach ja, und es geht zur Quiltmesse nach Vermont :-) Also schaut mal - vielleicht geht da ja was...?