Dienstag, 21. Mai 2019

Temperatur-Quilt

Zum ersten Mal bin ich vor einigen Jahren auf Violas Blog (LyonelB) auf einen Temperaturquilt gestoßen. Die Idee dahinter ist, die Tageshöchst- und Tagestiefsttemperatur der eigenen Region oder des eigenen Wohnortes in einem Quilt darzustellen. Jeder Tag ist ein Block. Dabei können hierfür ganz unterschiedliche Blöcke gewählt werden. Ich habe Quilts gesehen, bei denen jeder Tag mit einem Quadrat dargestellt ist und eine wonky Ecke die Tagestiefsttemperatur anzeigt. Oder Streifen: Ein obere Teil ist die Tageshöchsttemperatur, der untere die Tiefsttemperatur. Und dann gab es im letzten Jahr einen Temperatur Quilt-QuiltAlong mit Flying Geese. Das hat mir sehr gut gefallen, aber ich habe zu lange gezögert und irgendwann war das Jahr zu weit fortgeschritten, um da noch einzusteigen. Ich habe das Ganze auch wieder völlig vergessen, bis ich in den ersten Januartagen auf Instagram eine Farbtabelle für einen Temperatur Quilt gesehen habe. Da hat das Fieber mich gepackt. Zu theoretisch? Dann mal ein paar Bilder:


Ich habe insgesamt siebzehn Kona Cotton Stoffe gewählt, die die Temperaturen von -8°C und darunter bis zu +35°C und darüber repräsentieren. Die Spanne für die einzelnen Farben beträgt dabei immer zwei bis drei Grad. Im Nachhinein habe ich noch ein bisschen etwas daran verändert. Der Winter hat sich von einer ausgesprochen kalten Seite gezeigt, so dass ich hier noch einmal eine Farbe zusätzlich eingesetzt habe. Sonst wäre das ein bisschen eintönig geworden.

Der Januar war ziemlich kalt:



Im Februar kam es schon zu ein bisschen mehr farblicher Abwechslung:


Das macht richtig Spaß. Jeden Morgen schaue ich nach der Temperatur des Tages und notiere alles in einem kleinen Notizbuch. Denn natürlich schaffe ich es nicht, jeden Tag aktuell zu nähen :-)

Im März wurde es eindeutig wärmer:




Und der April konnte gleich mit einer neuen Farbe aufwarten:



Jetzt ist es wieder relativ frisch. Mal sehen, was der noch Mai so bringt. Sehr weit bin ich noch nicht, weil mich eine ordentliche Erkältung nähtechnisch etwas aus der Bahn geworfen hat. Beim 11. Mai bin ich hängengeblieben.


Aber vielleicht schaffe ich es, am Wochenende ein bisschen zu nähen.
Ich freue mich jedenfalls schon darauf, wenn Gelb, Orange und Rot häufiger vorkommen :-)


Montag, 6. Mai 2019

Tipps für Täschchen

Dieser Post beinhaltet unbezahlte Werbung, da auf ein käuflich zu erwerbendes Produkt hingewiesen - jedoch nicht dorthin verlinkt! - wird. Wer sich dafür interessiert muss sich selbstständig und eigenverantwortlich auf die Suche machen. Leider ist das heutzutage so...

Die Nadelwelt 2019 liegt hinter uns. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal den Stand von QuiltEtTextilkunst unterstützt. Es waren anstrengende drei Tage, aber auch sehr schöne. Es war toll, so viele nette Leute zu treffen, wiederzusehen oder auch einige Online-Bekanntschaften zum ersten Mal im echten Leben zu treffen. Klasse, dass es mit der Nadelwelt in Karlsruhe ein so schönes Forum für uns Quilterinnen, Patchworkerinnen, Näherinnen, Strickerinnen und sonstige Kreative gibt.

Bei uns am Stand wurden unter anderem Fertigpackungen für kleine Täschchen verkauft. Nicht, weil ihr alle solche Täschchen nicht selbst nähen könntet, sondern weil es einfach so praktisch ist, die schönen Stoffe und Materialien "nur" in der benötigten Menge kaufen zu können. Wir alle kennen das ja - man findet einen Stoff schön und würde daraus gerne ein kleines Täschchen oder ein anderes kleines Projekt nähen. Aber kaufen muss man halt als Meterware mehr und dann hat man immer etwas übrig... ein Plädoyer für Fertigpackungen :-))) Außerdem ist so eine Fertigpackung auch ein schönes Mitbringsel für andere Näherinnen... :-)))

Ich habe jedenfalls versprochen, hier noch ein paar Bilder und Tipps für die Reißverschluss-Einfassung zu zeigen. Die gesamte Anleitung gibt es natürlich nicht - das wäre unfair denen gegenüber, die die Packung mit der Anleitung gekauft haben...

Es geht um diese Täschchen:


Und warum eine Stoffeinfassung für den Reißverschluss? Ganz einfach: wenn man den Reißverschluß einfach so zwischen die Außenteile und das Futter der Tasche einnäht und dann die Seitennähte schließt, hat man den doch relativ stabilen und "steifen" Reißverschluß ebenfalls in der Nahtzugabe mitgefasst und das wird beim Wenden oft etwas klobig. Die seitlichen oberen Ecken der Tasche lassen sich dann nicht so richtig schön ausstreichen und ausarbeiten und das sieht dann gerne etwas "verkrumpelt" aus. Wenn ich aber seitlich zunächst Stoff an den Reißverschluss nähe, dann habe ich in den Nahtzugaben nur den Stoff und nicht den Reißverschluss. Das macht das Ganze doch viel schöner.
Nun kann man natürlich einfach einen Stoffstreifen an den Reißverschluss nähen. Durchaus möglich. Auf der Innenseite der Tasche würde man das aber sehen. Okay, wenn man ehrlich ist, dann schaut da in den Ecken bestimmt keiner genau nach und eigentlich wäre das also egal. Trotzdem gibt es eine "perfektere" Lösung und die liegt mir mehr :-)

Also: Schneidet für die Reißverschlusseinfassung - bei einer Breite des Reißverschlusses von 1 Inch - zwei Stoffstücke von 2,5" Breite und ca. 3" Länge. Jedes dieser Stücke faltet ihr links auf links auf die Größe von 1,25" x 3" und näht nun die offene, 3 Inches lange Seite mit 1/4 Inch Nahtzugabe zu. Dreht die Naht in die Mitte und bügelt sie sorgfältig auf:


Nun stülpt ihr eines dieser Verlängerungsteile so über eine Seite des Reißverschlusses, dass die Naht auf der unteren Seite des Reißverschlusses liegt. Das Verlängerungsteil muss komplett auf den Reißverschluss geschoben sein, dann wird es an der äußeren Seite festgenäht:


Ich nähe hier gerne mal vor und zurück. Es ist zwar nicht wirklich Zug auf dieser Naht, trotzdem möchte man ja nicht, dass da nachher etwas aufgeht :-)
Anschließend wird ein eventuell überstehender Reißverschluss abgeschnitten und das Verlängerungsteil umgestülpt und schön ausgestrichen. Schön ist auch eine schmalkantige Steppnaht.


Bevor ihr nun den Stoff an der zweiten Seite annäht stellt bitte sicher, dass ihr den Zipper aufgezogen habt!!!

Um das Verlängerungsteil an der zweiten Seite an der richtigen Stelle anzunähen müsst ihr euch zunächst überlegen, wie lang der Reißverschluss insgesamt sein soll und wie viel von der Einfassung zu sehen sein soll. Ich mache meine Teile oft so, dass ich am fertig eingefassten - jedoch noch nicht in die Tasche eingenähten! - Reißverschluss einen Inch Stoff, dann den Reißverschluss und dann wieder einen Inch Stoff habe. Ihr solltet euch also markieren, wo die zweite Stoffeinfassung beginnen soll und dann müsst ihr die Einfassung wie bereits vorher beschrieben auf den Reißverschluss schieben. Jetzt allerdings so, dass nur 1/4" der Stoffverlängerung außerhalb der Markierung liegt, der Rest muss innerhalb liegen. Ich hoffe, das versteht man...?



Wieder festnähen und dabei vor und zurück nähen. Den überstehenden Reißverschluss abschneiden, die Verlängerung umstülpen und wieder schmalkantig absteppen. Nun müsst ihr gegebenenfalls den Reißverschluss inklusive der beiden Verlängerungen auf das exakte Maß der Außentasche zurechtschneiden. Und fertig. :-)

Falls ihr Fragen dazu haben solltet, dann meldet euch bei mir. Viel Spaß!

Hm, und soll ich das mit den Ecken noch einmal zeigen? Das ist manchmal ja auch ein bisschen unverständlich, wenn man nur versucht, es in Worte zu packen :-)

Also, an der Unterseite des Außen- und des Futterstoffes werden Quadrate in der angegebenen Größe ausgeschnitten:


Die Seitennähte und die unteren Nähte werden nun geschlossen. Dabei bitte im Futterstoff an der Unterseite eine Wendeöffnung lassen! Wichtig ist, dass ihr bei jeder dieser Nähte kurz vernäht! Denn wenn man die Ecken schließt und nicht verriegelt hat, dann gehen die Nähte gerne ein Stückchen auf und das ist alles andere als hilfreich! Auch die Wendeöffnung sollte seitlich immer vernäht werden!

Die Nähte werden nun aufgebügelt und jede einzelne der Ecken so aufgefaltet, dass die Seitennaht und die Bodennaht exakt aufeinanderliegen. Füßchenbreit oder mit der in der Anleitung angegebenen Nahtzugabe schließen - fertig.

Ecken des Taschenaußenteils

Ecken des Futterteils mit sichtbarer Wendeöffnung

So, ich denke, dass ist mit den Bildern auch für Anfänger ganz gut zu verstehen, oder? Falls nicht - einfach melden :-)